Freiheit im Herzen

Den ganzen Tag schon habe ich mich darauf gefreut.
Mein Auge gleitet vom hübschen Gesicht der Stute,
Das eine weisse Blesse bis zur Nüster ziert,
Über den zierlichen Körper mit dem starken Rücken,
Bis zur Kruppe, die von herrlichen Muskeln geziert wird.

Schnell schwinge ich mich in den Sattel.
Stolz schreitet mein Tier von dannen,
Eilig und kräftig sind ihre langen Schritte,
Den Hals trägt sie stolz, hoch erhoben ihr Haupt.
Dann verschlingt uns die Dunkelheit der Nacht.

Wir tauchen ein in das umarmende Dunkel des Waldes.
Die Äste der Bäume wollen nach mir greifen,
Während ich sie erahne, weiche ich ihnen geschickt aus,
Der Wind heult und rüttelt an den Wipfeln,
Ich höre die Bäume seufzen, wenn der Wind an ihnen zerrt.

Ich fordere mein Pferd zum Galopp auf,
Unter mir spannen sich die Muskeln,
Sie wird zum Ball, dessen Energie sich kraftvoll entlädt,
Die Flanken beben und leises Schnauben höre ich.
Nein, mein Pferd ist nicht nur feurigen Auges!

Leise spüre ich den Wind auf meiner Wange,
Er streichelt meinen Hals, zaust mein Haar.
Ein Regentropfen netzt meine Nase, meine Augen,
Ein anderer fällt auf meine Lippen.
Meine Zunge leckt das süsse Nass weg.

Kraftvoll strebt meine Stute nach vorne,
Lange schon sehe ich nichts mehr,
Ich lockere die Zügel, die Stute findet ihren Weg.
Voller Anmut setzt sie Huf vor Huf,
Den Boden kaum berührend.

Unser Gedanke wird eins, ein gemeinsames Ziel vor Augen.
Keine getrennten Wesen sind wir mehr,
Mit jedem Sprung eilen wir mehr der Freiheit entgegen.
Wir schmecken sie auf unseren Zungen.
Freiheit! Sie schmeckt süss und rein!

© Pascale Eigensatz
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