Grimmige Wogen

Grimmig branden die tosenden Wogen,
Poseidon hat sich aus der Tiefe erhoben.
Ehrfürchtig sich der Untertan verneigt,
auch Triton aus dem Meere steigt.
Die alten Felsen mit dem Tode ringen,
die brodelnden Wasser sie grimmig verschlingen.
Grausam braust die schäumende See!

Der säuselnde Wind zum Sturme anhebt,
Hermes geflügelten Schrittes kommt herangefegt.
Die vereinigten Winde heulen wütend auf,
verändern der rauschenden Flüsse lauf,
entstellen der lieblichen Gäa Angesicht,
verdunkeln Helios' freundliches Licht.
Grausam rast die stürmische Luft!

Der Blitze Schleudrer sich vom Thron erhebt,
der Olymp unter seinem kräftgen Tritt erbebt.
Der allmächtige Zeus zum Schilde greift,
sein feuriges Auge ins Dunkel schweift.
Gelbe Blitze die schwarzen Himmel durchteilen,
brüllende Donner ihnen hetzend hinterhereilen.
Grausam tobt der erzürnte Himmel!

Furchtbar kämpfen die herrschenden Gottheiten,
der Erde eifrig ein sicheres Ende zu bereiten.
Die Hybris hält ihren erhitzten Geist,
unbemerkt der Tod auch in ihren Schuhen reist.
O Euch beruhigt ihr Weltenmächte,
bedenkt der sterblichen Kreaturen Lebensrechte.
Schätzt Eure Mächte zu hoch nicht ein,
blühendes Leben zu nehmen, wird Euer Geschick nie sein.
Grausam zürnt der Welten Gesetz!

© Pascale Eigensatz
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