Grosse Jagd

Ein Wolf gehalten von schweren Ketten,
Sein Blick so stürmisch und glühend,
heult gen Himmel in tiefer Trauer,
möchte mit den Gefährten ziehn.

Ein Wolf unmöglich noch zu retten,
nicht mehr in jungen Jahren blühend.
Noch immer ist er auf der Lauer,
kann er diesem Kerker entfliehn?

In der Ferne hört er die Wölfe singen,
möchte mit ihnen um die Wette springen.
Süss klingt ihr Gesang in der Luft,
riecht ihren verheissungsvollen Duft.

In Freiheit möcht er mit Ihnen jagen,
mit ihnen zusammen den Mond beklagen.
Dann küsst ihn die weisse Wölfin unverzagt:
"Komm, mein Freund, zur grossen Jagd!"

© Pascale Eigensatz
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